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Unsere Welt in unseren Namen

In Regensburgs Kommunalpolitik wird gerade gestritten: sollen Straßennamen geändert werden? Einige Namensgeber sind durch ihr Verhalten im Nationalsozialismus vorbelastet. Die Namen sollen von den Schildern verschwinden. Die Diskussion wird und wurde auch andernorts geführt. In Lüneburg gibt es keine "Hindenburgstraße" mehr, in Coburg wurde erst nach Drohungen und langer Diskussion eine Straße nach einem örtlichen Unternehmen umbenannt.

In einem Vortrag am Freitag, 24. April 2026, erklärt Claus Koss, warum Namen nicht "Schall und Rauch" (so Goethe) sind? Auch zeigt er, dass die Namensgebung auch religiös geprägt sein kann. Der Reformator Martin Luther wurde nach dem Heiligen Martin benannt, die protestantisch geprägten preußischen Könige und deutschen Kaiser wurden dagegen nach ihren Vornamen benannt. Überhaupt sind Vornamen ein interessantes Gebiet. Der Mädchenname "Aska" bedeutet 'Reh, Gazelle', während 'Matthias' mit 'Geschenk Gottes' übersetzt werden kann.

Auch zeigt Claus Koss, dass es in Deutschland nicht so einfach ist, seinen Familiennamen anstatt mit "ß" ('Koß') mit Doppel-S ('Koss') zu schreiben. Sein Aufsatz dazu in der Zeitschrift "StAZ - Das Standesamt" von 1997 wird immer noch in Standesämtern dazu verwendet.